Ju-Jutsu Do ist weit mehr als eine bloße Aneinanderreihung von Selbstverteidigungstechniken. Es ist ein Lebensweg (Do), der körperliche Meisterschaft mit geistiger Reife verbindet. Die Philosophie hinter dieser Kunst lässt sich als ein Zusammenspiel aus Flexibilität, Effizienz und innerer Haltung beschreiben.
Hier sind die zentralen Säulen der Ju-Jutsu Do Philosophie:
1. Das Prinzip des Nachgebens (Ju)
Der Begriff Ju bedeutet „sanft“, „geschmeidig“ oder „nachgiebig“. Die Grundidee ist, die Kraft eines Angreifers nicht durch rohe Gegenkraft zu stoppen, sondern sie aufzunehmen und umzuleiten.
- Wie das Wasser: Wasser weicht dem Stein aus, bricht ihn aber durch Beständigkeit aus oder umschließt ihn.
- Siegen durch Nachgeben: Man nutzt die Energie des Gegners gegen ihn selbst, was es ermöglicht, auch physisch überlegene Angreifer zu kontrollieren.
2. Die Vielseitigkeit (Jutsu)
Jutsu steht für die Kunst oder das Handwerk. Im Ju-Jutsu Do gibt es kein starres Dogma. Es ist ein offenes System, das sich ständig anpasst. Es kombiniert:
- Harte Elemente: Schläge und Tritte (Atemi).
- Weiche Elemente: Würfe, Hebel und Würgegriffe. Diese Flexibilität lehrt den Praktizierenden, auf jede Lebenssituation die passende Antwort zu finden – nicht mehr Kraft als nötig, aber so viel wie erforderlich.
3. Der Weg der Persönlichkeitsentwicklung (Do)
Während das Jutsu die Technik betont, blickt das Do auf das Innere. Das Ziel ist nicht der Sieg über andere, sondern der Sieg über sich selbst.
- Selbstbeherrschung: Emotionen wie Wut oder Angst werden durch das Training kontrolliert.
- Respekt und Etikette (Rei): Der respektvolle Umgang mit dem Partner auf der Tatami spiegelt die Achtung vor dem Mitmenschen im Alltag wider.
- Bescheidenheit: Ein Ju-Jutsuka weiß um seine Fähigkeiten, muss sie aber nicht zur Schau stellen.
4. Das Prinzip der Verhältnismäßigkeit
Philosophisch gesehen ist Ju-Jutsu Do eine defensive Kunst. Es geht um den Schutz des Lebens. Die Techniken sind so abgestuft, dass ein Angreifer kontrolliert werden kann, ohne ihn zwangsläufig schwer zu verletzen. Dies erfordert eine hohe moralische Verantwortlichkeit.