Geschichte

Die Entwicklung des Ju Jutsu Do in Deutschland

1. Die Pionierphase (Anfang 20. Jahrhundert)

  • Erich Rahn: Eröffnete 1906 in Berlin die erste Jiu-Jitsu-Schule. Er passte japanische Techniken an die europäische Konstitution an und unterrichtete Polizei sowie Militär.

  • Kaiserlicher Impuls: Ein Flottenbesuch japanischer Kreuzer in Kiel (1907) beeindruckte Kaiser Wilhelm II. so sehr, dass er die Ausbildung  des Jiu Jitsu an der Flottenakademie anordnete.

2. Differenzierung und das „Moderne Ju Jutsu“ (1969)

Nach dem Zweiten Weltkrieg spalteten sich die Wege:

  • Judo: Entwickelte sich zum reinen Wettkampfsport.

  • Modernes Ju Jutsu (1969): Auf Initiative des DJB entstand ein neues System, das Techniken aus Jiu Jitsu, Judo, Aikido und Karate für die moderne Selbstverteidigung kombinierte. Es ist heute sportlich-funktional geprägt (Selbstverteidigungs-, Wettkampf- und Polizeisport).

3. Ju-Jutsu-Do: Die Rückkehr zum „Weg“ (Do)

Als Gegenbewegung zum rein zweckorientierten Sport etablierte Soke Hans-Jürgen Eul (10. Dan) das Ju Jutsu Do (JJD) innerhalb der Shobukan Inyo Ryu ( Haus des Kampfes).

  • Philosophie: Das „Do“ betont die geistige Reifung, Disziplin und moralische Verantwortung. Es versteht sich als ganzheitliche Lebenskunst, nicht nur als Sport.

  • System Eul: Es zeichnet sich durch Funktionalität,methodische Struktur und Realitätsnähe sowie die Bewahrung japanischer Etikette aus.

  • Status heute (2026):  Unter der Leitung von vier Großmeistern (Eul, Thiemann, Fehr, Güttner) wird es von rund 20 aktiven Meistern als lebendige, sich stetig anpassende Kampfkunst gelehrt.

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